Verbitterte Menschen erleben über lange Zeit wiederholte Kränkungen, die ihren Lebensvollzug hemmen. Anders als traumatische Ereignisse werden diese Kränkungen nicht als lebensbedrohlich wahrgenommen, was ihre Verarbeitung in der Therapie erschwert. Sie halten an ihrer Leiderfahrung fest und blockieren mit einer „Ja, aber…“-Haltung Interventionen. Mein Vortrag zeigt, dass Verbitterung paradox Sicherheit in einer als verstörend empfundenen Welt bieten kann. Die erzählten Narrative wirken wie kleine Verschwörungstheorien, die helfen, mit scheinbarer Hoffnungslosigkeit umzugehen. Veränderung wird ermöglicht, wenn diese Narrative gewürdigt werden, damit ein „Trotzdem Ja!“ das „Ja, aber…“ ablöst.
Kosten: Mitglieder 10.- EUR, Nichtmitglieder 25.- EUR
Referent/in
Dr. Andrea Stöckl, Psychotherapeutin und Existenzanalytikerin