Programm

Die Wissensvermittlung dient in den Seminaren als Ausgangspunkt zu selbsterfahrerischer Vertiefung, persönlicher Stellungnahme, selbständiger Reflexion, Gruppenarbeit und Diskussionen.

Der Austausch in der Gruppe ist somit ein zentrales Element der Ausbildung und die Ausbildung selbst eine dialogische Begegnung am Thema. Die folgende thematische Auflistung dient als Überblick über die behandelten Themen und kann in der Abfolge variiert werden.

Aufnahmewochenende

Die Themen der Ausbildung:

Einführung und Grundlagen der Existenzanalyse

  1. Zielsetzung und Vorgangsweise existenzanalytischer Ausbildung
  2. Existenzanalytische Anthropologie im Überblick
  3. Was ist Existenzanalyse („EA“) und was ist Logotherapie („LT“)?
    a. systematischer Aufbau der Logotherapie
    b. Indikationsbereiche
  4. Entstehung und Werdegang von EA und LT
  5. Synopsis: Zur thematischen Entwicklungsgeschichte der EA und LT: Freud-Adler-Frankl
  6. Zum geistesgeschichtlichen Hintergrund der EA und LT
  7. EA im Kontext anderer Psychotherapierichtungen

Die existenzanalytische Motivationstheorie

  1. Die Bedeutung von Helfen und seine Motivation
  2. Überblick über Motivationstheorien
  3. Noodynamik versus Psychodynamik
  4. Die vier Grundbedingungen der Existenz und ihre Bedeutung für die Motivation:
    die personal-existentiellen Grundmotivationen (GM)

Die 1. GM: Der Welthorizont und das personale Vertrauen

  1. Dasein-Können als Grundfrage der Existenz
  2. Die Welt als Hindernis für Motivation; Copingreaktionen der Unsicherheit; Aushalten
  3. Annehmen können
  4. Voraussetzungen, um annehmen zu können: Schutz, Raum, Halt
  5. Vertrauen, Mut; Dialogische Vertrauensübung: die „Sesselmethode”
  6. Der Körperbezug
  7. Urvertrauen, Grundvertrauen, Seinsgrund
  8. Dazugehörige Themen: Ruhe, Wahrheit, Treue, Macht, Hoffnung, Glaube

Die 2. GM: Das Leben und die personale Beziehung

  1. Wertfühlen und Mögen als Grundfragen des Lebens
  2. Das verhinderte Leben; Copingreaktionen und Lebensverlust; Trauer
  3. Nähe, Zuwendung, Beziehung
  4. Voraussetzungen für Zuwendung: 1.GM + positive Näheerfahrung, Zeit, Beziehung
  5. Wertelehre und Lebenslust
  6. Emotionslehre
  7. Grundwert, Urbeziehung, Lebenswert
  8. Dazugehörige Themen: Liebe, Selbstannahme, Freude, Genuß

Die 3. GM: Die Gemeinschaft und das personale Selbst

  1. Selbstsein als Grundfrage der Person
  2. Das verlorene Selbst; Copingreaktionen des Selbstverlustes; Bereuen und Trostfindung
  3. Wertschätzen
  4. Voraussetzungen für Wertschätzung: 1. + 2. GM, Be-Achtung, Anerkennung des Eigenen, Abgrenzung
  5. Ethik, Über-Ich / Öffentliches Ich
  6. Personlehre, Selbstdistanzierung, Selbsttranszendenz
  7. Selbstwert, Authentizität, Gewissen
  8. Dazugehörige Themen: Muße, Respekt, Würde

Die 4. GM: Die Zukunft und der Sinn

  1. Die Intentionalität von Leben und Geist führt zur Sinnfrage der Existenz
  2. Sinnblockaden und Sinnverlust; Copingreaktionen für Sinnverlust; Besinnung
  3. Wille zum Sinn und Existentielle Wende, Weltoffenheit und sich ansprechen lassen
  4. Voraussetzungen für Sinnfindung: Zeitlichkeit; Sinnerfassungs-methode
  5. Hingabe; Handeln – Wünschen – Wollen; Willensstärkungsmethode
  6. Sinnlehre; Krisenintervention; Methode der Einstellungsänderung
  7. Existenz, Erfüllung, Entwicklung, Existentialien
  8. Dazugehörige Themen: Religiosität; Zweck, Zielsetzung; existentielles Vakuum

Weitere Methoden

  • Allgemeine Schritte in der Beratung
  • Krisenintervention
  • Personale Positionierungsmethode (PP)
  • Paradoxe Intention; Umgang mit der Angst
  • Dereflexion
  • Existenzanalytische Gesprächsführung
  • Perspektivenshifting

Weitere Methoden sind bei den zugehörigen Themenbereichen angeführt:

Methode der Willensstärkung; der Sinnerfassung; der Einstellungsänderung; der Selbst-Transzendenz-Übung; Hinführung zu Einstellungswerten; Schritte zur Selbst-Distanzierung; Personales Fragen.

Aus der allgemeinen Psychotherapielehre und Diagnostik

  • Therapie oder Beratung? Indikation zur Beratung. Grenzen und Abgrenzung zur Therapie.
  • Existenzanalytischer Umgang mit Übertragungsphänomenen in der Beratung.
  • Diagnostik und Beratung bei:
  • Neurosen-Psychosen, Noogene Neurosen
  • Angst und Angststörungen
  • Depressivität und Depressionen
  • Hysterie
  • Schizophrenie
  • Paranoia
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Sucht/Essstörungen
  • Psychosomatik

Vertiefung zu speziellen Themen

Anleitung zur Supervision in der Großgruppe

Weitere Themen können nach Interessenslage durch zusätzliche Kurse im Anschluss an die Ausbildung und bei GLE-Veranstaltungen (Tagungen, Akademien, Spezialseminare) besucht werden:

  • Sexualstörungen
  • Existentielle Pädagogik
  • Arbeit mit Gruppen
  • Existenzanalyse in der Erwachsenenbildung
  • Existentielles Bilderleben und imaginative Verfahren
  • Arbeit mit Träumen und Imagination

Siehe auch das gesonderte Angebot der GLE-Akademie und der folgenden Weiterbildungscurricula:

  • Supervision und Coaching
  • Mediation
  • Authentisch lehren, leiten und moderieren
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Psychose