Herzlichen Glückwunsch, Jürgen Kriz!!!

Gewürdigt wird mit dieser Auszeichnung auch sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement für die Förderung und die wissenschaftliche Anerkennung der Humanistischen Psychotherapie in Deutschland sowie die konsequente Umsetzung humanistischer Werte.

Mit seinem unermüdlichen Einsatz, seiner besonderen wissenschaftlichen Expertise und seiner Haltung zu existenziellen Grundzügen menschlicher Entwicklungen wirkt er mit hoher gesellschaftlicher Relevanz. Der Wissenschaftsdiskurs ist für ihn Dialog. Und durch seine fundierte Kritik und sein Eintreten für methodisch reflektierte Transparenz wendet sich Kriz gegen dogmatisch verengte Wissenschaftsvorstellungen.

1944 in Ehrhorn geboren, studierte Kriz Psychologie, Philosophie und Pädagogik sowie Astronomie und Astrophysik an den Universitäten Hamburg und Wien, an der er 1969 auch promoviert wurde. 1974 bis 1999 hatte er den Lehrstuhl für Empirische Sozialforschung, Statistik und Wissenschaftstheorie an der Universität Osnabrück inne. 1980 wechselte er zum Fachbereich Psychologie, in dem er bis 1999 überlappend mit der Methoden-Professur die Professur Psychotherapie und Klinische Psychologie übernahm.

Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2010 lehrte Kriz an der Universität Osnabrück, und er hatte zahlreiche Gastprofessuren in Wien, Zürich, Berlin, Riga, Moskau und den USA inne. Schon seit vielen Jahren engagiert er sich für die Umsetzung der Wissenschaft im sozialen Bereich. Die Entwicklung, Erprobung und Evaluation von Patientenschulungsprogrammen hat er in Kooperation mit dem Christlichen Kinderhospital Osnabrück maßgeblich vorangetrieben. Zudem hat er sich für eine familienzentrierte psychologische Begleitbetreuung von chronisch kranken Kindern und Jugendlichen eingesetzt. Auch an der Gründung der Telefonseelsorge in Osnabrück vor 30 Jahren war Kriz federführend beteiligt.

„Es ist für mich eine Ehre, das Bundesverdienstkreuz für mein Bemühen um eine menschengerechtere Wissenschaft, Psychotherapie und Gesellschaft erhalten zu haben. Ich freue mich sehr, dass damit indirekt auch der große Einsatz sehr vieler Menschen für die Humanistische Psychotherapie in Deutschland anerkannt und gewürdigt wird“, so Prof. Kriz über seine Auszeichnung.

Sein Kollege, der renommierte Psychologe, Psychotherapeut und Hochschullehrer Arist von Schlippe, betont in seiner Laudatio: „Jürgen Kriz hat sich seit Beginn seiner akademischen Tätigkeit damit auseinandergesetzt, dass gerade in einer von Messdaten beherrschten Welt die Aufgabe der Wissenschaft darin besteht, mit Wissen verantwortlich umzugehen, also nicht allein auf die Sicherheit statistischer Signifikanzen zu vertrauen. … Wir leben in einer von Sinnzusammenhängen durchsetzten seelischen und sozialen Welt. Es ist eine einzigartige menschliche Fähigkeit, auf komplexe Weise Sinn zu erzeugen.“ “Dies zu verstehen, brauche”, so von Schlippe an Kriz gewandt, “eine weit gestellte Optik, die die Psychologie nicht allein aus ihren naturwissenschaftlichen Wurzeln heraus leisten kann.“

Aufgrund seiner herausragenden Leistungen wurde Jürgen Kriz bereits mit zahlreichen Ernennungen und Auszeichnungen geehrt, u.a. dem “Großen Viktor-Frankl-Preis der Stadt Wien für das Gesamtwerk im Bereich einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie”. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die in diesem Bereich in Wissenschaft, Lehre und Therapie hervorragende Leistungen erbracht haben, die international rezipiert wurden. Hier steht Jürgen Kriz in einer Reihe mit Elisabeth Lukas, und er ist umgeben von so namhaften Preisträgern, wie Heinz von Foerster, Paul Watzlawick und Jürgen Habermas.

Jürgen Kriz ist unter anderem Ehrenmitglied unseres Dachverbands, der Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse International. Wir sind froh und auch ein wenig Stolz, dass wir ihn auch in unseren Reihen wissen. Wir schätzen seinen Rat, seinen unermüdlichen Einsatz und seine nicht versiegende Begeisterungsfähigkeit. Wir beglückwünschen Professor Jürgen Kriz sehr herzlich zu dieser großen Auszeichnung.

Im Namen des Vorstands der GLE-D
Dr. Georg Martensen