Existenzielle Führung

Der Blog »Existenzielle Führung – Führungsthemen für denkende Praktiker und praktische Denker« betrachtet aus existenzieller Perspektive Wesentliches von Führung und Organisation und leuchtet Konsequenzen für die Führungs und Beratungspraxis aus. 

Gewissheiten und Strukturen im Umfeld von Organisationen lösen sich rasant auf, organisationale Binnenwelten erscheinen komplexer und segmentierter, flüchtiger, ungewisser, vielschichtiger, mehrdeutiger. Führenden wie Geführten mangelt es zusehends an Orientierung in der Rolle: Sie werden je auf sich, auf ihr Verhältnis zueinander, auf fundamentale Daseinsfragen zurückgeworfen; auf Haltlosigkeit und Angst, Endlichkeit und Sinnlosigkeit, Verbundenheit und Einsamkeit, Authentizität und Zweifel, Freiheit und Verantwortung. Groß ist die Sehnsucht nach einem existenziellen Anker. Und zunehmend fragwürdig erscheinen etablierte wie auch moderne Führungs- und Organisationskonzepte. – Diese Befunde nehmen wir als Ausgangspunkte in unserem Blog, Wesentliches von Führung ins Licht zu ziehen und Konsequenzen für die Führungs, Organisations- und Beratungspraxis auszuleuchten. 

»Die Essenz von Führung wird sichtbar, sobald sie die Maske des Gefühlsmanagements fallen lässt, im begegnenden Dialog Gesicht zeigt und auf Fragen des Menschseins in Organisationen antwortet. Dies zu befördern, ist das Anliegen unseres Projekts Existenzielle Führung.«  

Aktueller Beitrag von René Märtin: Der totale Zugriff der Organisation auf den Menschen

Unter der Überschrift “Ideologie des Wandels” schrieb Georg Martensen in seinem Beitrag “Befunde zu Organisation, Führung und ihrer Beratung im Wandel” über das Ausgreifen “gieriger Institutionen” auf “den ganzen” Menschen. Das nimmt René Märtin zum Anlass, dies noch näher aus existenzieller Perspektive zu beleuchten und zu verdichten: “Der Mensch ist ein Wesen in Raum und Zeit. Der Zugriff auf den ganzen Menschen erfasst ihn in seinem Dasein, in seiner Räumlichkeit und Zeitlichkeit. Bei gleichzeitig umgreifender Entgrenzung, Hyperinklusion und Selbstoptimierung schwinden Halt und Orientierung in Raum und Zeit. Der Mensch versinkt in Bedeutungslosigkeit. Organisationen versprechen nunmehr, Halt und Sinn zu geben. Die Verlockung: Der Mensch entpflichtet sich davon, sein Leben selbst zu schaffen, zu gestalten und zu verantworten. Auf der fundamentalen Suche nach Sinn findet er fade Surrogate, mit denen er über den Tag kommt, aber keine eigenen Antworten auf die Fragen des Lebens und – er fällt ins Bergfreie.”

Der totale Zugriff der Organisation auf den Menschen