Existenzielle Führung

Der Blog »Existenzielle Führung – Führungsthemen für denkende Praktiker und praktische Denker« betrachtet aus existenzieller Perspektive Wesentliches von Führung und Organisation und leuchtet Konsequenzen für die Führungs und Beratungspraxis aus. 

Gewissheiten und Strukturen im Umfeld von Organisationen lösen sich rasant auf, organisationale Binnenwelten erscheinen komplexer und segmentierter, flüchtiger, ungewisser, vielschichtiger, mehrdeutiger. Führenden wie Geführten mangelt es zusehends an Orientierung in der Rolle: Sie werden je auf sich, auf ihr Verhältnis zueinander, auf fundamentale Daseinsfragen zurückgeworfen; auf Haltlosigkeit und Angst, Endlichkeit und Sinnlosigkeit, Verbundenheit und Einsamkeit, Authentizität und Zweifel, Freiheit und Verantwortung. Groß ist die Sehnsucht nach einem existenziellen Anker. Und zunehmend fragwürdig erscheinen etablierte wie auch moderne Führungs- und Organisationskonzepte. – Diese Befunde nehmen wir als Ausgangspunkte in unserem Blog, Wesentliches von Führung ins Licht zu ziehen und Konsequenzen für die Führungs, Organisations- und Beratungspraxis auszuleuchten. 

»Die Essenz von Führung wird sichtbar, sobald sie die Maske des Gefühlsmanagements fallen lässt, im begegnenden Dialog Gesicht zeigt und auf Fragen des Menschseins in Organisationen antwortet. Dies zu befördern, ist das Anliegen unseres Projekts Existenzielle Führung.«  

Aktueller Beitrag von René Märtin: Führung und Einsamkeit

Der letzte Blog-Beitrag widmete sich Fragen des totalitären Zugriffs der Marktgesellschaft auf den ganzen Menschen: Entgrenzung, Hyperinklusion und Selbstoptimierung hinterlassen den Menschen ohne Halt und Orientierung in Raum und Zeit. In unserem aktuellen Beitrag untersucht René Märtin das Phänomen von Führung und Einsamkeit:

“Mit zunehmender Führungsverantwortung droht: Einsamkeit. Der Mensch ist nicht nur ein soziales Wesen, wie es bei dem Thema Einsamkeit naheliegen mag. Er ist ein in vierfacher Weise auf Beziehung angewiesenes Wesen: Beziehung zur Umwelt (die physische Dimension), zur Mitwelt (die soziale Dimension), zur Eigenwelt (die psychologische/personale Dimension) und zur Überwelt (die spirituelle/transzendente Dimension). Einsamkeit bedroht diesen »Vierklang des Daseins« in existenzieller Weise: Am Ende bleibt der Mensch in allen entscheidenden Fragen allein. Er droht, sich, anderen und der Welt verloren zu gehen.”

Führung und Einsamkeit