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Liebe Leserinnen und Leser,

"Abends, wenn es dunkel wird, und die Fledermaus schon schwirrt ..." - so kündigt uns Heinrich Seidel mit seinem Kindergedicht die "dunkle" Jahreszeit an. Die einen erleben es als Abschied vom Sommer, andere wiederum begrüßen den Herbst voller Freude und Sehnsucht. Mit Blick auf die Veranstaltungshinweise in unserem Newsletter kündigt sich nach vielen Monaten der Distanznahme und Vorsicht eine Zeit der Begegnung an. Zum einen laden wieder viele Veranstaltungen in Präsenz dazu ein, zum anderen widmet sich unser Internationaler Kongress in Lindau dem Thema "Begegnung" als heilsames Moment in Psychotherapie und Beratung. Und welche Bedeutung der existenzielle Funke dabei hat, erfahren Sie im April 2022 im wunderschönen Lindau - wenn Sie mögen. Doch zunächst laden wir Sie ein, durch unseren Newsletter zu stöbern, sich zu informieren und inspirieren zu lassen. Unsere heutigen Themen:
  • Rückblick zum Workshop "Extremismus"
  • Mitglieder im Portrait
  • Folge 9 zum Podcast "Fragen des Menschseins"
  • Ausbildungsgruppen
  • Veranstaltungshinweise
Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen das Redaktionsteam der GLE-D

Rückblick zum Workshop "Extremismus"

in Kooperation mit dem Beratungsnetzwerk Grenzgänger

Extremismus
von Nadine John

Am 10. September 2021 von 13-17 Uhr haben wir uns online zusammen mit dem Beratungsnetzwerk Grenzgänger zum „Workshop Extremismus“ getroffen. Das war ein Novum in zweifacher Hinsicht, unsere erste gemeinsame Veranstaltung mit dem Beratungsnetzwerk Grenzgänger und auch das erste Mal, dass sich die GLE-D mit diesem Thema befasst.
Das Beratungsnetzwerk Grenzgänger bietet Beratung und Begleitung für Hilfesuchende im Bereich religiös begründetem Extremismus sowie Fortbildungen in unterschiedlichen Formaten für verschiedene Zielgruppen im genannten Themenfeld an. Der Schwerpunkt bei der methodischen Umsetzung ist bisher die systemische Beratung. Ein Ziel des Workshops war es, die systemische Sicht mit der existenzanalytischen und logotherapeutischen Sichtweise auf die psychologischen Prozesse, die zu Radikalisierung führen können zu ergänzen.

Eingeführt wurden wir in Grundlagen des politischen und religiösen Extremismus von Nina Jakobs, M.A. Psychologie, Systematische Traumatherapeutin und Psychologische Beraterin und Trainerin (Grenzgänger) und Torben Hollin, B.A. Soziale Arbeit, B.A. Gemeindepädagogik und Diakonie, Systemischer Berater i.A. (Grenzgänger). Wir wurden mit den Begriffen der Radikalisierung und des Extremismus vertraut gemacht und lernten Radikalisierungsmodelle und extremistische Verhaltensweisen kennen.

Mit diesem Wissen schauten wir uns detailliert den Prozess der Radikalisierung in einem realen Fallbeispiel an. Gemeinsam betrachteten wir aus systemischer und existenzanalytischer Sicht kritische biographische Ereignisse, die zur Radikalisierung beigetragen haben. Dabei waren der Wunsch nach Zugehörigkeit und ein Mangel im Halt-Erleben von zentraler Bedeutung.
Wie gut sich der Prozess der Radikalisierung aus den vier Grundmotivationen heraus erklären lässt und welche präventiven/therapeutischen Interventionen möglich sind, verdeutlichte Rahel Dorra, B.Sc. Psychologie, M.Sc. Existenzanalyse und Logotherapie, Psychotherapeutin (EA) in Ausbildung unter Supervision, Beraterin (EA), Reha-Psychologin, in ihrem spannenden und umfassenden Vortrag.
Es war ein lebhafter, kurzweiliger Workshop, der uns alle bereichert hat.

Ich danke herzlich allen Teilnehmer:innen und dem Beratungsnetzwerk Grenzgänger für ihre wertvollen Beiträge und ihr Interesse.
Mir war es eine Freude diese Veranstaltung zu moderieren!

Mitglieder im Portrait:

Portrait 1
Unsere neue Rubrik "Mitglieder im Portrait" erfreut sich großer Beliebtheit und hat weitere Mitglieder inspiriert, sich einzubringen und uns in "ihre Welt" mitzunehmen. Heute stellen uns mit Esther Kohl, Eva Liesmann und Thomas Zimmermann drei Mitglieder aus sehr unterschiedlichen Anwendungsfeldern vor, wie Existenzanalyse und Logotherapie bei Ihnen zum Einsatz kommen ... aber lesen Sie selbst:

Existenzanalyse für mich als Pädagogin

von Esther Kohl

Eine neue Haltung! … Keine neue Methode.

Hierzu braucht es Zeit und ein intensives Sich-Einlassen auf die Existenzanalyse. Meine Ausbildung zur Existenzanalytischen Beraterin in Hannover hat mir ermöglicht, mich als Lehrerinzu hinterfragen und damit mich und meine Rolle neu zu entdecken. Durch die integrierte Selbsterfahrung konnte ich eigenen Psychodynamiken auf die Spur kommen und grundlegende Werte für mich klären. Diese Haltungsänderung beeinflusst mein Verhalten in der Schule. Ich gehe beruhigt in die Klassen, kann mich eindeutig positionieren und erlebe dadurch erheblich weniger Druck im Unterricht. Die Schüler:innen spüren meine klare Haltung, suchen das Gespräch mit mir und respektieren das gemeinsame Suchen nach der passendsten Lösung.

Und trotzdem Ja zur Pflege sagen

von Eva Liesmann

Logotherapeutisch-existenzanalytische Inhalte im „wirklichen Leben“ darzustellen, im
eigenen Arbeitsbereich, wenn es denn keine reine Psychotherapie ist: Ich finde das
im Rahmen des Mitgliederportraits eine schöne Idee, die ich für Euch Lesende gern
aufgreifen möchte.

Meinen Ursprungsberuf, die Pflege von Menschen in Krankheit und am Lebensende,
habe ich jetzt 41 Jahre lang ausgeübt. In der Zeit waren diverse unterschiedliche Arbeitsbereiche und Zusatzausbildungen für mich interessant, sowohl im OP oder einer
Intensivstation als auch im normalen Pflegealltag, im ambulanten Dienst oder einer
Pflegeeinrichtung für alte Menschen. Fast die Hälfte davon war ich in leitenden Positionen und im Qualitätsmanagement tätig. Gemeinsame Schnittmenge all dieser
Jahre: die Arbeit mit und am Menschen.

Orientierung im Organisationsdschungel

von Thomas Zimmermann

Wie „ticken“ Menschen in Organisationen? Warum verhalten sie sich nicht so, wie
man es eigentlich erwarten dürfte (und wie es auch günstig wäre)? Wie „leben“ Organigramme? Nahezu mein gesamtes berufliches Leben ist von der Suche nach dem
Verstehen der Funktionsweise von Organisationen und vor allem der Menschen in
Organisationen geprägt. Auf der Logikebene konnte ich dies nach verschiedenen
Ausbildungen einigermaßen gut erklären, aber was steuert die handelnden Personen
jenseits der strukturellen Logik wirklich, und was könnte ihnen helfen, Entscheidungsmöglichkeiten, die für sie in bestimmten Situationen günstiger wären (und für
die Organisationen oft auch), zu entdecken und zu treffen? Jahre, nachdem ich auf
Viktor Frankl gestoßen war, fand ich zur Ausbildung in Logotherapie/Existenzanalyse
und habe in den Inhalten und Denkweisen von LT/EA ein hohes Maß an Übereinstimmung mit meinen ureigenen Vorstellungen gefunden.
Christophkolbe Podcast

Folge 9 zum Podcast „Fragen des Menschseins“

Liebe & Partnerschaft (Teil 1)


Es ist sicher eine der tiefsten Sehnsüchte, die wir alle in uns tragen: das Gelingen einer von Liebe getragenen partnerschaftlichen Beziehung. Dass da ein Mensch ist, für den wir wichtig und einzigartig sind und zu dem wir gehören. Und gleichzeitig wissen wir, wie anspruchsvoll und herausfordernd es ist, miteinander zurecht zu kommen. So stiftet Liebe größte Glückseligkeit und tiefsten Schmerz. Beidem begegnen wir, wenn wir uns auf das Abenteuer der Liebe einlassen. Was ist eigentlich Liebe? Ist sie ein Gefühl oder auch eine Entscheidung? Ein Zufall oder eine Haltung? Und was können wir für das Gelingen der Liebe tun?

Sie finden uns auf allen gängigen Podcast-Portalen, über Rückmeldung auf www.facebook.com/fragendesmenschseins freuen wir uns.

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Ausbildungsgruppen

Die nächste Ausbildungsgruppe in Existenzieller Psychotherapie (Logotherapie) startet in 2023; Anmeldungen über unsere Akademie:

Lochau (Österreich): November 2023 (Leitung: Dr. Christoph Kolbe)

Folgende Ausbildungsgruppen in Existenzanalytischer Beratung (Logotherapie) starten demnächst - Anmeldungen über unsere Akademie:

Berlin: 17. Dezember 2021 (Leitung: Geertje Bolle)
Hamburg: 18. März 2022 (Leitung: Helmut Dorra)
Münster: 01. September 2022 (Leitung: Helmut Dorra)
Hannover: Februar 2023 (Leitung: Dr. Christoph Kolbe)

Informationsabend in Berlin

Dieser Informationsabend wendet sich an Interessierte, die therapeutisch, beratend, pädagogisch, seelsorgerisch, pflegerisch mit Menschen arbeiten oder in Coaching, Supervision oder Training tätig sind. Bei der Veranstaltung wird unverbindlich über die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in Existenzanalyse und Logotherapie sowie über weitere Institutsangebote informiert. Eingeladen sind zudem alle, die aus persönlichen Gründen einen Einblick in die Existenzanalyse und Logotherapie gewinnen oder die Akademie mit ihren Institutsvertretern kennenlernen wollen.

Termine:
20. Oktober 2021 (mit Geertje Bolle)
18. November 2021 (mit Ingo Zirks)
08. Dezember 2021 (mit Geertje Bolle)

Veranstaltungs-hinweise

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Logo aghpt

AGHPT-Kongress

vom 24.-27. März 2022 - in der GOETHE-UNIVERSITÄT FRANKFURT am MAIN / CAMPUS BOCKENHEIM

Thema: „Humanistische Psychotherapie - Eine Psychotherapie für die Herausforderungen der Zukunft“

mit Vorträgen von Dr. Christoph Kolbe ("Die existenzielle Dimension des Menschseins") und Prof. Dr. Jürgen Kriz ("Was zeichnet eine Humanistische Psychotherapie für die Herausforderungen der Zukunft aus? Essentials, Probleme, Visionen")

Internationaler Kongress
der GLE-International 2022

vom 29. April bis 01. Mai 2022 - in Lindau
GLE I Kongress 2022

Thema: Wenn´s funkt! Begegnung als heilsames Moment in Psychotherapie und Beratung

Wir erleben, dass wir ständig in Beziehungen stehen, denn wir brauchen und wir suchen sie – insbesondere die Beziehungen zu Menschen, aber auch zur Natur, zur Gesellschaft und Kultur, zu Interessen und Werten. Gelingen zwischenmenschliche Beziehungen, geben sie uns Halt, schöpfen wir Kraft und Lebensfreude aus ihnen. Sie bestärken uns in unserem Selbstsein und erfüllen uns im Miteinander. Deshalb leiden wir, wenn Beziehungen nicht gelingen oder uns enttäuschen. Als existenzielle Psychotherapierichtung interessiert uns insbesondere das Moment der Begegnung in Beziehungen. Denn erst Begegnung stiftet Bedeutung, sie stiftet Einsicht und Erkenntnis, die wiederum die Grundlage für eine neue Gewissheit und die Basis für nachhaltige Veränderung ist. Ihr existenzieller Funke lässt uns aufhorchen, innehalten, beglückt und bereichert, betroffen und bewegt sein. Plötzlich geht es um etwas, dem wir nicht mehr gleichgültig gegenüberstehen. Wie aber kommt es zu diesem Moment der Begegnung in der Beziehung?
Dieser Frage werden wir in diesem Kongress nachgehen und wollen sie aus vielfältigen Perspektiven und Zugängen bedenken – in der dyadischen Beziehung, im Gruppenprozess und im gesellschaftlichen Kontext.

Herbstsymposium der GLE-Ö 2021

vom 01.-02. Oktober 2021 - im Toscana Congress Gmunden
am Traunsee


Thema: "Phänomen Körper" - Leiblich-personale Zugänge in der Existenzanalyse

Werkstatt der Gesellschaft für Existenzanalyse Schweiz (GES)

am 06. November 2021 - im BIZ Bern/Schweiz

Thema: "End-lich leben - wenn nicht jetzt, wann dann?"

Vortrag von Dr. Christoph Kolbe

am 11. Dezember 2021 auf der Fachtagung der DGK (Deutsche Gesellschaft für Körperpsychotherapie) in Berlin zum Thema „Zum Umgang mit existenziellen Krisen in der Körperpsychotherapie"

Thema des Vortrags: „Krisen als existenzielle Herausforderung. Über den personalen Umgang mit schwierigen Lebenssituationen“

Glauben und Verstehen - Existenzielle Theologie

Start: 06. Mai 2022 mit Helmut Dorra - in Münster

Ein Seminarangebot in 3 Modulen an Interessierte, die im begegnenden Dialog biblische Überlieferungen auf mit-menschliche Daseinserfahrungen hin zu verstehen suchen. Im Zentrum hermeneutischer Besinnung stehen existenzielle Grund- und Grenzfragen, die zum Glauben und Verstehen anleiten.

Menschen verstehen

Grundlagen hermeneutischer Phänomenologie in existentieller Lebensberatung und Psychotherapie
Start: 26. November 2021 mit Helmut Dorra - in Hamburg

In 7 Modulen werden hermeneutische Zugänge zum Verstehen existentieller und struktureller Grundbedingungen aufgezeigt, die unsere innere Zustimmung erfordern und zugleich spezifische personale Fähigkeiten und Aktivitäten abverlangen.

Die Weiterbildung vermittelt die theoretischen Grundlagen einer phänomenologischen Hermeneutik, die ihr entsprechende Erkenntnishaltung wie die daraus erwachsene Methodik einer phänomenologischen Gesprächsführung.

Hinweis auf regelmäßigen Newsletter

Newsletter
Unser Newsletter wird künftig quartalsweise erscheinen.
Wir freuen uns über Ihre Beiträge, die Sie gerne an redaktion@gle-d.de senden können.

Veröffentlichung des nächsten Newsletters: 23. Dezember 2021
Redaktionsschluss für Beiträge: 16. Dezember 2021

Redaktionsteam:
Sabine Rößer
Zorana Dippl
Bettina Singula-Bail
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