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Liebe Leserinnen und Leser,

die "neue Normalität" hält Einzug in unser Leben und lässt uns mancherorts über Dinge staunen, die früher selbstverständlich waren: der Verkehrsstau in der Rushhour ("ach ja, früher gab`s die immer"), die vollen Cafes und Biergärten ("wo kommen nur all diese Menschen her") oder auch der ganzheitliche Blick auf Menschen, denen man seit über einem Jahr nur Brust aufwärts online begegnet ist.
Es wird sich zeigen, in welchem Maße der Mensch auf Altbewährtes und Haltgebendes zurückgreifen wird oder doch eher den neuen Erfahrungen und Erkenntnissen Raum gibt und in sein Leben integriert.
Auf jeden Fall lädt die "neue Normalität" wieder ein zu Nähe und eröffnet neue Begegnungsräume, auf die viele von uns sehnsüchtig gewartet und gehofft haben.
So verweist auch unser heutiger Newsletter darauf, dass viel Aktivität in der "Luft" liegt und unsere Mitglieder mit viel Tatendrang in Richtung Sommer und Herbst schauen. Aber schauen Sie selbst:
  • Ein persönlicher Rückblick: Internationaler Kongress in Wien
  • Startschuss für Netzwerk "Existenzielle Pädagogik"
  • Neue Rubrik "Mitglieder im Portrait"
  • Logotherapie "undercover"
  • Folge 8 zum Podcast "Fragen des Menschseins"
  • Neues aus dem Blog "Existenzielle Führung": Führung und Einsamkeit
  • Ausbildungsgruppen
  • Veranstaltungshinweise


Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen das Redaktionsteam der GLE-D

Ein persönlicher Rückblick: Internationaler GLE-Kongress in Wien "Wege zur Authentizität"

Plakat Kongress Wien A2 Druck2
Bild Rahel Dorra
von Rahel Dorra

Das Redaktionsteam hat unsere Beirätin Rahel Dorra für einen persönlichen Kongress-Rückblick mit drei Fragen angefragt:

1. Was hat der Titel des Kongresses in Dir im Vorfeld bewegt?

Ich stoße fast täglich in meiner Arbeit mit Patienten an dieses Thema und mir wird immer bewusster, welche Relevanz es hat. Im Umgang mit anderen Menschen, aber auch im Umgang mit mir. Ich erhoffte mir im Vorfeld einen ermutigenden Kongress, der verschiedene Bereiche des Themas beleuchtet und mir Anregungen verschafft, mich auch weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich wurde nicht enttäuscht.

2. Was war ein Highlight des Kongresses für Dich persönlich?

Ein Highlight für mich persönlich war der Vortrag von Karin Steinert „Den Finger in die Wunde legen - Ein Plädoyer für die Integration von Schmerz“. Ich beschäftige mich gerade im Zuge meiner Master-Thesis mit dem Thema Trauma/Schmerz und habe einige gute Denkanstöße bzw. Hinweise bekommen und bin dafür sehr dankbar. Zudem haben mich die philosophischen und phänomenologischen Gedanken/Hintergründe dazu inspiriert.

3.
Was hat der Kongress in Dir angestoßen?

Durch diesen Kongress bin ich angestoßen, erneut und wiederholt Rückschau auf mich und mein Leben zu halten. Zu schauen, wo ich noch authentischer werden kann, aus Rollen/Erwartungen/Ansprüchen/Zielvorstellungen anderer oder auch von mir herauszuwachsen und eine Hellhörigkeit/ein Gespür für mich selbst zu entwickeln und dieses zu stärken. Ich bin sensibilisierter für das Thema und nehme bewusster wahr und versuche meine Stellungnahmen authentischer vorzunehmen und auch meine Handlungen authentischer zu gestalten.

Schüler

Startschuss für Netzwerk "Existenzielle Pädagogik in Deutschland"

von Esther Kohl

Es gibt bereits einige Pädagoginnen und Pädagogen in Deutschland, die auf der Basis der Existenziellen Pädagogik ihren Erziehungsalltag gestalten. Verschiedene Institutionen wie KiTas, Grundschulen, weiterführende Schulen und andere Einrichtungen mit einem Erziehungsauftrag orientieren sich an den zentralen Lebensthemen des Menschen, wie sie das Strukturmodell der Existenzanalyse detailliert darlegt. Die eigene pädagogische Arbeit ist dabei durch die dialogische Vorgehensweise der Existenzanalyse geprägt.

Dafür formuliert Eva Maria Waibel, die ja die Grundlagen der Existenziellen Pädagogik gelegt hat, als zentrale phänomenologische Frage „Was braucht dieses Kind jetzt von mir?“. In der Existenziellen Pädagogik prägt die Haltung des Erziehenden sein Bemühen, auf der Grundlage einer tragfähigen Beziehung eine Begegnung auf Augenhöhe von Person zu Person zu ermöglichen. Der Erziehende ist sein eigenes „Erziehungsinstrument“, mit dem er zu Resonanz einladen kann.

In der GLE-Deutschland wollen wir nun die vielfältige Erfahrungen mit der Existenziellen Pädagogik in Deutschland sammeln und Fäden zusammenführen, um in Netzwerken den fachlichen Austausch zu ermöglichen und zu stärken. Unser Ziel ist dabei, die theoretische Fundierung der Existenziellen Pädagogik vielen, in Erziehungsprozessen stehenden Menschen, nahe zu bringen und zur praktischen Umsetzung zu ermutigen.

Wer von Ihnen hat schon Erfahrungen mit existenziellen Herangehensweisen im Bildungsbereich?
Wer kennt jemanden, der existenziell mit Kindern, Jugendlichen oder Eltern arbeitet?
Wer berät junge Menschen im existenzanalytischen Coaching?
Wer ist in einem Lehrerkollegium tätig, in dem dieses Verständnis von Person den Alltag prägt?
Wer erlebt das Leitungsgremium seiner pädagogischen Einrichtung an existenzanalytischen Werten orientiert?

Und: Wer hat Interesse und Freude daran, sich mit anderen über diese Art des Arbeitens auszutauschen? Wenn wir uns zusammentun, können wir Ideen austauschen, einander zuhören und anfragen und damit einander stärken und ermutigen.
Gemeinsam können wir den Anfang machen für ein breites Forum der Existenziellen Pädagogik in Deutschland.

Interessenten und Enthusiasten können sich dafür per Mail melden bei: esther.kohl@gmail.com

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Neue Rubrik: Mitglieder im Portrait

Wissen Sie, wo es überall Existenzanalytische Berater:innen gibt?
Wo sind sie tätig? Wo kommt die Existenzanalyse und Logotherapie überall zum Einsatz?
Es gibt eine Vielzahl von Anwendungsfeldern, in denen unsere Mitglieder aktiv sind und das Erlernte und Erlebte in die Praxis einbringen.

Wir möchten Sie mit unserer neuen Rubrik "Mitglieder im Portrait" einladen, die vielfältigen Anwendungsfelder, in denen existenzanalytisch gearbeitet werden kann und wird, kennenzulernen.

Heute nimmt uns Olav Berger "undercover" mit nach Brandenburg:

Mitglieder im Portrait: Logotherapie "undercover"

under cover
von Olav Berger

Ich glaube, viele von uns, ob Mitglied oder nicht (mehr), sind nicht hauptberuflich in der Logotherapie und/oder Existenzanalyse unterwegs oder wenden sie unter dieser Überschrift nicht „offiziell“ in ihrem Berufsfeld an. Ich kann mich gut erinnern, dass meine Ausbilderin auch die „Tür- und Angelgespräche“ in unseren Fokus gerückt hat - als Möglichkeiten, Haltung, Können und Wissen aus der Ausbildung einzubringen, zu leben.

So will ich Euch heute in eins meiner Handlungsfelder mitnehmen, in dem ich als „under-cover-Logotherapeut“ unterwegs bin: Leader of the pack beim Bürgerpostfach Corona der Landesregierung Brandenburg als Teil meiner aktuellen beruflichen Aufgaben.

Corona und seine Auswirkungen auf Gesellschaft und Zusammenleben stellen unmittelbar fast jeder und jedem eine Reihe von existentiellen Fragen - dazu muss ich Euch nichts weiter sagen. Was vor allem deutlich und seit Monaten hochfrequent und konkret erlebbar ist, ist das, was Alfried Längle einmal pointiert mit „Leben heißt, dass immer etwas dazwischen kommen kann“ beschrieben hat. Der homo ludens hat erstmal ausgespielt und vor allem die Fähigkeit zum Annehmen und Aushalten scheint gefragt. Selbst dort, wo das Gehalt weiter fließt…
Christophkolbe Podcast

Folge 8 zum Podcast „Fragen des Menschseins“

Vorankündigung zur Folge 8 "Authentizität - Die Fähigkeit, dem Eigenen zu folgen"

Erscheint am 09.Juli 2021


Wir Menschen wollen unser eigenes Leben leben. Und das so glaubhaft und stimmig wie möglich. Wie aber finden wir zu unserer Authentizität? Wie bleiben wir uns selbst treu und werden gleichzeitig den Anforderungen der Situationen gerecht? Denn wir leben ja nicht auf einer Insel. Was ist eigentlich Authentizität? Und womit sind wir stimmig, wenn wir uns stimmig fühlen? Können und sollen wir wirklich immer authentisch sein? Und was macht Inauthentizität mit der Psyche des Menschen?

Sie finden uns auf allen gängigen Podcast-Portalen, über Rückmeldung auf www.facebook.com/fragendesmenschseins freuen wir uns.

Neues aus dem Blog "Existenzielle Führung":

Führung und Einsamkeit

Kachel Gled
von René Märtin und Dr. Georg Martensen

Unter dem Titel „Existenzielle Führung – Führungsthemen für denkende Praktiker und praktische Denker“ betreiben die beiden Autoren einen Blog, der im Anwendungsfeld von Organisationsentwicklung und Führung zur Verbreitung existenziellen Denkens und Verstehens beitragen soll.

Heute möchten wir auf den aktuellen Beitrag von René Märtin zum Thema "Führung und Einsamkeit" aufmerksam machen.
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Ausbildungsgruppen

Folgende Ausbildungsgruppe in Existenzieller Psychotherapie (Logotherapie) ist aktuell gestartet - Zustieg ist möglich über Warteliste; Anmeldungen über unsere Akademie:

Lochau (Österreich): 04. Juni 2021 (Leitung: Dr. Christoph Kolbe)

Folgende Ausbildungsgruppen in Existenzanalytischer Beratung (Logotherapie) starten demnächst - Anmeldungen über unsere Akademie:

Dresden: 27. August 2021 (Leitung: Ingo Zirks)
Berlin: 15. Oktober 2021 (Leitung: Geertje Bolle)
Hamburg: 18. März 2022 (Leitung: Helmut Dorra)
Münster: 01. September 2022 (Leitung: Helmut Dorra)

Veranstaltungs-hinweise

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Glauben und Verstehen - Existenzielle Theologie

Start: 06. Mai 2022 mit Helmut Dorra - in Münster

Ein Seminarangebot in 3 Modulen an Interessierte, die im begegnenden Dialog biblische Überlieferungen auf mit-menschliche Daseinserfahrungen hin zu verstehen suchen. Im Zentrum hermeneutischer Besinnung stehen existenzielle Grund- und Grenzfragen, die zum Glauben und Verstehen anleiten.

Menschen verstehen

Grundlagen hermeneutischer Phänomenologie in existentieller Lebensberatung und Psychotherapie
Start: 26. November 2021 mit Helmut Dorra - in Hamburg

In 7 Modulen werden hermeneutische Zugänge zum Verstehen existentieller und struktureller Grundbedingungen aufgezeigt, die unsere innere Zustimmung erfordern und zugleich spezifische personale Fähigkeiten und Aktivitäten abverlangen.

Die Weiterbildung vermittelt die theoretischen Grundlagen einer phänomenologischen Hermeneutik, die ihr entsprechende Erkenntnishaltung wie die daraus erwachsene Methodik einer phänomenologischen Gesprächsführung.

Hinweis auf regelmäßigen Newsletter

Newsletter
Unser Newsletter wird künftig quartalsweise erscheinen.
Wir freuen uns über Ihre Beiträge, die Sie gerne an redaktion@gle-d.de senden können.

Veröffentlichung des nächsten Newsletters: 26. September 2021
Redaktionsschluss für Beiträge: 19. September 2021

Redaktionsteam:
Sabine Rößer
Zorana Dippl
Bettina Singula-Bail
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